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Ein ganzes Dorf hält zusammen

Erstellt: 

Von: Wolfgang Krzizok

 

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Eine Gemeinde steht zusammen (v. l.) Harry Hoyler (Helferschweine), Comedian Markus Langer, der oberbayerische Witzemeister Florian Fink, Tom Schmid, Jan Harms, Sepp Höllbauer (alle Falke-Schützen), Bürgermeister Georg Nagler, Reinhard Pasch (Krieger- und Soldatenkameradschaft) © Wolfgang Krzizok

Toller Auftakt für den „Helferkreis Anton“. Bei der ersten Veranstaltung des Hilfsprojekts, organisiert von den Falke-Schützen Moosinning, herrschte den ganzen Samstag über reger Betrieb am Urtelweg. 100 Christbäume fanden einen Abnehmer, und auch sonst wurde fleißig gespendet.

Moosinning – Ein grauenhaftes Unglück hat Anfang Oktober die Menschen im ganzen Landkreis erschüttert. Der 14-jährige Anton aus Moosinning war bei Erntearbeiten in einen laufenden Maishäcksler geraten, dabei wurden ihm beide Hände abgetrennt. Der Bub konnte nur gerettet werden, weil ihn sein Vater an Ort und Stelle reanimiert hatte. Das Leben der ganzen Familie änderte sich von einer Sekunde auf die andere. Jetzt hat sich der „Helferkreis Anton“ gebildet, um den 14-Jährigen finanziell zu unterstützen.

Alle Vereine aus Moosinning und Eichenried wollen helfen. Die Gemeinde hat bereits ein Spendenkonto eröffnet, auch das Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“ der Heimatzeitung unterstützt die Aktion. Bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Moosinning, mit dem Vorsitzenden Reinhard Pasch, und bei den Falke-Schützen Moosinning, mit Schützenmeister Sepp Höllbauer an der Spitze, ist die Idee entstanden, den Helferkreis ins Leben zu rufen. Mit beiden Vereinen ist die Landwirtsfamilie sehr verbunden.

Auch die Gemeinde war sofort dabei. Bürgermeister Georg Nagler war „von der Idee begeistert“, erzählt Pasch. Gemeinsam luden sie die Vertreter aller Moosinninger und Eichenrieder Vereine in den Bürgersaal ein – „und die Resonanz war sensationell“, berichtet Nagler: „Jeder Verein will mindestens eine Aktion machen, damit Geld für den Buben zusammenkommt“. Er fungiere „als Begleiter für die Gemeinde“, ein Spendenkonto sei eingerichtet worden. „Wir wissen, dass der Bub eine schwere Zeit vor sich hat – und die Eltern genauso“, sagt Pasch betroffen.

Deshalb habe man zusammen mit den Falke-Schützen beschlossen, etwas zu tun. Auch er ist von der Resonanz aller Vereine begeistert. Aber nicht nur diese seien gerade am Überlegen, welche Aktionen sie veranstalten können. „Auch Roland Hefter hat sich schon für ein Gratis-Konzert im kommenden Jahr angeboten. Der ganze Erlös wird dann auf das Spendenkonto fließen“, freut sich Pasch.

Von dem Konto können dann notwendige Auslagen erstattet werden. „Wir hoffen, so können wir der Familie gewisse Zukunftsängste nehmen“, stellt Krieger-Chef Pasch fest. Nun seien die Vereine schon fleißig am Überlegen, was sie machen können, sagt Bürgermeister Nagler. Er hofft, dass möglichst viel Geld für den „Helferkreis Anton“ zusammenkommt und betont: „Natürlich können nicht nur Vereine, sondern auch Privatpersonen auf das Konto einzahlen.“

Die Organisatoren freuten sich am Samstag sehr über die große Resonanz. „Jeder weiß, dass es ein langer Weg für Anton wird, bis er wieder einigermaßen den Weg ins Leben findet“, sagte Höllbauer bei er Begrüßung und betonte, dass es eine „Herzensangelegenheit“ sei. Er bedankte sich bei Harry Hoyler, von den „Helferschweinen“, der 100 Christbäume besorgte hatte, die gegen eine Spende mitgenommen werden konnten – ebenso wie viele Tüten Kartoffeln, die von der Familie Baumgartner spendiert worden waren, Glühwein und Steaksemmeln, Pasch freute sich über die Solidarität in der Gemeinde, „die ich fantastisch finde“. Und Bürgermeister Nagler bat darum, nicht nur in der Weihnachtszeit für Anton zu spenden. „Begleiten wir ihn und seine Familie auch in den nächsten Monaten“, sagte er und betonte, dass das Konto sicher auch das ganze Jahr 2022 offen sein werde. „Steh’n ma zamm“, schloss Nagler.

Spendenkonto: Wer für den „Helferkreis Anton“ spenden will, kann dies unter IBAN DE19 7005 1995 0020 6366 43, BIC: BYLADEM1ERD.